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Wiesbadener Tagblatt

Wiesbadener Tagblatt [4.296 KB] vom 10. Juli 2010 (Birgitta Lamparth)

Rheinpfalz

Artikel [341 KB] (Montag, 21.6.2010)

Hessischer Rundfunk vom 14. Mai 2010

Hessentipp

Lachmuseum "Harlekinäum"

Die Welt steht auf dem Kopf, die Toiletten machen Töne, überall wird gelacht:
Das "Harlekinäum" in Wiesbaden-Erbenheim ist das wahrscheinlich lustigste Museum der Welt.

Hessentipp (Video)



Wiesbadener Kurier vom 5. April 2010

Weinen ausdrücklich erlaubt
Im "fröhlichsten Museum der Welt" dreht es sich jetzt auch um die Zwiebel
Von
Daniel Duben

WIESBADEN. Aus den deutschen Küchen ist die Zwiebel
nicht mehr wegzudenken. Kein Wunder dass die meisten Menschen
beim Anblick des Gemüses zuerst an Leckereien wie
Zwiebelsuppen oder schmackhafte Steaks mit zarten Zwiebeln
denken. Kunstkommt dabei den wenigsten in den Sinn.
Bei Michael Berger ist das anders.
Zwiebeln haben ihn schon immer fasziniert. Seit 30
Jahren sammelt de'r Leiter des Erbenheimer Harlekinäums alles
rund um das Gemüse. "Die Zwiebel bringt uns zum Weinen",
stellt Berger treffend fest.
Doch was andere beim Hacken, Schneiden oder Raspeln
des Gemüses stört, ist für ihn absolut wü̈nschenswert. "Jede
Träne, die nicht geweint wurde, macht krank", sagt Berger.
Denn Tränen würden den Körper von innen reinigen. Egal,
ob beim Lachen, Weinen - oder Zwiebel schneiden.
Kaufladen und Grass
Einen Teil seiner Zwiebelsammlung
hat Berger nun in einem der insgesamt zehn Räume
des Harlekinäums ausgestellt.
Unter dem Motto "Ode an die Zwiebel/Lachen und
Weinen" dominiert ein Kaufladen die umgebaute Garage im .
Hof des "fröhlichsten Museums der Welt". Auf der Theke
liegen Zwiebeln in jeglicher Variation. Braune, weiße,
grünliche, große, kleine, runde undKängliche Exemplarebefinden
sich in direkter Nachbarschaft zum literarischen Zwiebeiwerk,
das unter anderem von Grass' "Beim Häuten der
Zwiebel" vertreten wird. An den Wänden ist derweil ein
Gemälde mit Zwiebeluntergang auf offener See zu sehen.
Es hängt neben etlichen anderen Exponaten, die sich in der
ein oder. anderen Form mit der Zwiebel beschäftigen. Wer genau
hinsieht, entdeckt sogar ein Bild der so genannten russischen
Zwiebeltü̈rme. Auch die Hintergrundmusik steht ganz
im Zeichen des Gemüses. Der Kölner Komponist Axel
Schweppe hat ein Stück rund um die Zwiebel komponiert.
Weinen und Hacken inklusive.
"Die Zwiebel steht für so viel", unterstreicht Berger. In
der medizinischen Forschung würde sie verwendet werden,
den Modetrend "Zwiebellook" würde jeder kennen und sogar
Bauwerke würden manchmal nach ihrem Vorbild entworfen.
"Sie trägt zudem die Energie der Sonnen in sich, die wir
durch das Schälen und Schneiden wieder freisetzen können",
erklärt Berger. Hinter ihm steht derweil, im wahrsten Sinne des
Wortes, ein Handkäs mit Musik.
Wer an dem Hebel der kleinen Spieluhr neben der
hessischen Spezialität dreht, hört Beethovens "Für Elise",
oder auch "Zwiebellise", wie Berger das Stück lächelnd
nennt. "Wir sollten lernen, uns alle nicht mehr so ernst zu
nehmen", sagt er noch immer grinsend. Würde die Menschheit
damit beginnen, sich endlich ein wenig zu entschleunigen,
würde es allen schon viel besser gehen, ist sich Berger
sicher. Beim Zwiebelschälen könnte man sich darüber ja mal
Gedanken machen.

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